Das „Wetterau-Mobil“ macht Station an der Limesschule Altenstadt und gewährt Einblick in das Leben der Vorfahren

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Kreis-Anzeiger, 16.02.2018

ALTENSTADT – (red). Die Zeitmaschine, mit deren Hilfe man von der Gegenwart in die Vergangenheit oder Zukunft eintauchen kann, gibt es bekanntlich nur in Science-Fiction-Filmen. Damit sich die Schüler der sechsten Jahrgangsstufe der Altenstädter Limesschule dennoch in das Leben unserer Vorfahren versetzen konnten, hatten sie den Hobby-Archäologen Stephan Medschinski aus Glauburg eingeladen. Gemeinsam mit dem 49-Jährigen begaben sich die Schüler beim Besuch des „Wetterau-Mobils“ anhand von verschiedenen Exponaten und Materialien auf eine Zeitreise durch historische Epochen. Dabei wurde der Bogen der Zeitreise von der Jungsteinzeit über die Bronze- und die Eisenzeit bis zur Römischen Kaiserzeit und ins Mittelalter gespannt.

In einem mehr theoretischen Teil erfuhren die Schüler, die begeistert ihr Vorwissen einbrachten, zunächst Grundsätzliches über Zeit und ihre Wahrnehmung. Dann begann die archäologische Zeitreise. Wie unterscheidet man die einzelnen Epochen und wie sah die Bekleidung der Menschen aus? Welche Werkzeuge nutzten sie und was war ihre typische Keramik? Das waren Fragen, die dabei im Mittelpunkt standen.

Um die Entwicklung von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter begreifbar zu machen, brachte Medschinski fünf Boxen mit ins Klassenzimmer, eine für jede Epoche. Darin befanden sich verschiedene Nachbildungen von Kleidung, Alltagsgegenständen und Waffen, die typisch für die jeweilige Zeit sind. Die knifflige Aufgabe: Anhand dieser Utensilien sollten die Schüler das Aussehen der damaligen Menschen rekonstruieren, was sich aber als nicht einfach erwies, da die Objekte durcheinandergeraten waren. Hatten sie die Gegenstände in die richtige Reihenfolge gebracht und nebeneinandergelegt oder auch angezogen, erkannten die Schüler im direkten Vergleich die bisweilen feinen Unterschiede, sei es in der Verarbeitung oder im Material.

Natürlich konnten die Outfits auch selbst anprobiert und die Materialien ausprobiert werden. Dabei war aber schnell klar, dass es gar nicht so einfach ist, nur mit Feuersteinen so viel Hitze zu erzeugen, dass daraus eine kleine Flamme entsteht. Eine weitere wichtige Erkenntnis der Schüler: Kleider machen Leute. „Ötzi kannte noch keine Hosen – er trug einen Lendenschurz, und seine Beine steckten in langen Röhren, die aus mehreren Stücken Ziegenfell zusammengenäht waren. Erst Pferde zwangen die Menschen, Hosen zu tragen“, berichtete Medschinski.